Ihr Unternehmen ist bereits länger als zwei Jahre tätig und Sie haben Fragen zur Unternehmensführung oder Ihrem zukünftigen Geschäftsmodell? Die nachfolgenden Informationen könnten Sie dann interessieren. Mit der BAFA (Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Förderung zum Aufbau "unternehmerischen Know-Hows“ für Bestandsunternehmen werden bundesweit Beratungen kleiner und mittelständischer Unternehmen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Schwerpunkten der Unternehmensführung durch qualifizierte Berater:innen unterstützt. Auf dieser Seite erhalten Sie alle wichtigen Informationen rund um die Zielgruppe, den Fördergegenstand und Konditionen der Richtlinie. Sollte das Förderprogramm für Sie nicht passen, stellen wir auch alternative Förderprogramme vor.

Die BAFA Beratungsförderung für Bestandsunternehmen im Überblick

Damit Sie auch in Zukunft Wettbewerbsfähigkeit sind, sollten Sie in Sachen Unternehmensführung bestens aufgestellt sein. Ein Weg, um dies zu erreichen, stellt für viele Unternehmen die Beratung durch einen externen Unternehmensberater:in dar.  Die BAFA Beratungsförderung für Bestandsunternehmen möchte Sie an dieser Stelle unterstützen und fördert die Beratung zum weiteren Know-how-Aufbau mit bis zu 80 % der Honorarkosten.  In der nachfolgenden Tabelle haben wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengefasst:

BAFA Bestandsunternehmen
FördermittelgeberBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Geschäftsbereich des Bundesministeriums
Antragsberechtigte / Zielgruppe

Bestandsunternehmen (ab 2 Jahre am Markt), KMUs mit weniger als 250 Beschäftigten und einem maximalen Jahresumsatz von 50 Mio. Euro bzw. max. 42 Mio. Euro Bilanzsumme

Von der Förderung ausgenommen sind:

Unternehmen die selbst überwiegend wirtschaftsberatend tätig sind

Ärztinnen oder Ärzten, Zahnärztinnen oder Zahnärzten, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern

Gegenstand der Förderungallgemeine Beratungen (zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung) + spezielle Beratungen
Förderkonditionen

Bemessungsgrundlage: max. 3.000 Euro

Fördersatz (neue Bundesländer ohne Region Berlin und Leipzig): 80 %

Zuschuss: max. 2.400 Euro

Laufzeit6 Monate
AlternativenThüringer Beratungsrichtlinie (GFAW)

An wen richtet sich die Beratungsförderung?

Die Förderung unternehmerischen Know-hows richtet sich grundsätzlich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in ganz Deutschland. Diese können in Abhängigkeit von Unternehmensalter oder -situation in drei Modulen gefördert werden:

  • junge, neu gegründete Unternehmen innerhalb der ersten 2 Jahre nach Gründung (Jungunternehmen)
  • Unternehmen, die bereits länger als 2 Jahre am Markt bestehen
  • Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (unabhängig vom
    Unternehmensalter)

An dieser Stelle beschäftigen wir uns ausschließlich mit der BAFA Beratungsförderung für Bestandsunternehmen. Die Förderfähigkeit ist hier ab dem dritten Jahr nach Gründung gegeben. Als Gründungsdatum zählt bei gewerblichen Tätigkeiten der Tag der Gewerbeanmeldung bzw. der Tag der Eintragung in das Handelsregister. Bei Freiberuflern wird die Anmeldung beim Finanzamt als Gründungsdatum angesetzt. Weitere Voraussetzungen sind, dass antragstellende Unternehmen ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und der EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen entsprechen (weniger als 250 Beschäftigte, maximal 50 Mio. Euro Jahresumsatz bzw. Bilanzsumme von maximal 43 Mio. Euro).
Informationen zu anderen Fördermodulen finden Sie auf den Seiten zur Förderung unternehmerischen Know-hows für

Fördergegenstand – Welche Beratungsschwerpunkte sind förderfähig?

Im Rahmen der Richtlinie "Förderung unternehmerischen Know-hows für Bestandsunternehmen" sind verschiedene Beratungsschwerpunkte förderfähig. Allgemeine Beratungen sind zu allen Themen rund um wirtschaftliche, finanzielle, personelle und organisatorische Fragen der Unternehmensführung möglich. Zudem führt das BAFA spezielle Beratungsthemen an, dazu gehören Beratungen von Unternehmen, welche:

  • von Frauen, Migrant*innen oder Unternehmer*innen mit anerkannter Behinderung geführt werden
  • zur besseren betrieblichen Integration von Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund beitragen
  • zur Arbeitsgestaltung für Mitarbeiter*innen mit Behinderung beitragen
  • zur Fachkräftegewinnung und -sicherung beitragen
  • zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen
  • zu einer altersgerechten Arbeitsgestaltung beitragen
  • zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz beitragen

Konditionen der Förderung

Das Förderprogramm unterscheidet zwischen unterschiedlichen Regionen und macht den maximalen Zuschuss und die Höhe des Fördersatzes vom Standort des Unternehmens abhängig. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie hierzu die entsprechende Übersicht. So lässt sich auf einen Blick Ihre maximale Förderung erkennen.

UnternehmensartBemessungsgrundlageRegionFördersatzMaximaler
Zuschuss

Bestandsunternehmen (ab dem
dritten Jahr nach der Gründung)

3.000 Euro

Neue Bundesländer

(ohne Berlin und ohne Region Leipzig)

80 %2.400 Euro
  Region
Lüneburg
60 %1.800 Euro
  Alte Bundesländer (ohne Region Lüneburg) mit Berlin und Region Leipzig50 %1.500 Euro

Beraterauswahl – Das gilt es zu beachten!

Die Förderung unternehmerischen Know-hows für Bestandsunternehmen ist nur möglich, wenn die Beratung durch selbstständige Berater*innen bzw. Beratungsunternehmen durchgeführt wird. Diese müssen zudem überwiegend wirtschaftsberatend tätig sein, als über 50 % ihres Umsatzes aus ihrer Beratungstätigkeit erzielen. Zusätzlich muss durch entsprechende Qualitätsnachweise das Know-how und die Erfahrung zur Beratung von KMU bestätigt werden. So soll gewährleistet werden das die Beratung richtlinienkonform durchgeführt werden kann.

Die Auswahl der Berater:innen bzw. des Beratungsunternehmen erfolgt durch das Unternehmen mit Beratungsbedarf.  Ebenfalls durch das Unternehmen erfolgt die Antragstellung. Alle Informationen zur Antragstellung und dem Ablauf des Förderprogramms folgen im nächsten Abschnitt.


Hinweise zur Beraterauswahl:

  • ausschließlich Beratungen durch Berater:innen/Beratungsunternehmen, die ihren überwiegenden Umsatz aus der Beratungstätigkeit erzielen, sind förderfähig
  • Beraterauswahl und Antragstellung erfolgen durch die zu beratenden Unternehmen

Ablauf der Beratungsförderung im Überblick

Sobald der Beratungsbedarf geklärt ist und man ein passendes Beratungsunternehmen gefunden hat, kann der Antrag zur Beratungsförderung gestellt werden. Es handelt sich um einen reinen Onlineantrag, welcher über die Website des BAFA gestellt werden muss. Zuwendungsempfänger ist immer das antragstellende Unternehmen. An dieses wird dann auch der Zuschuss ausgezahlt. Die Prüfung des Antrags erfolgt nur unter formalen Gesichtspunkten durch die eingeschaltete Leitstelle des BAFA. Hierbei wird auch die Beraterlistung abgefragt und bestätigt.

Sollte die formale Prüfung positiv ausfallen, erfolgt eine postalische Betätigung für den Antragsteller. Hierin wird auch über die konkreten Förderbedingungen und individuellen Fristen informiert. Diese unverbindlichen Inaussichtstellung der Förderung bedeutet, dass nun mit der Beratung begonnen werden kann. Als Beginndatum zählt der datierte Abschluss eines Beratungsvertrages über die im Rahmen der Beratung zu erbringende Leistung des Beratungsunternehmens. Leistungen vor der Inaussichtstellung sind nicht förderfähig. Spätestens sechs Monate nach Erhalt des Informationsschreibens zur Inaussichstellung muss der komplette Verwendungsnachweis ebenfalls online über die Website des BAFA eingereicht werden. Bestandteil des Verwendungsnachweises ist ein Zahlungsnachweis über die vollständige Zahlung des Beratungshonorars laut Beraterrechnung. Die Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach abschließender Prüfung der eingereichten Unterlagen durch das BAFA.

Alternativen zur BAFA Beratungsförderung für Bestandsunternehmen in Thüringen

Die Förderung des BAFA zur Stärkung des unternehmerischen Know-hows für Bestandsunternehmen ist ein bundesweites Förderprogramm. Thüringen bietet darüber hinaus für kleine und mittlere Unternehmen ein alternatives Förderprogramm auf Landesebene an, die Thüringer Beratungsrichtlinie der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GFAW).

Diese richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die Ihren Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Thüringen haben. Auch hier muss die Beratung durch selbstständige Unternehmensberater:innen durchgeführt werden, welche zusätzlich bei der RKW Thüringen GmbH akkreditiertet sein müssen. Zudem fördert die Thüringer Beratungsrichtlinie unter gewissen Voraussetzungen auch gemeinnützige Unternehmen und Vereine sowie angehörige der freien Berufe. Alle Informationen zu Förderung und den Konditionen der Richtlinie erhalten Sie auf der Seite zur Thüringer Beratungsrichtlinie. Sollten Sie noch nicht gegründet haben, empfehlen wir Ihnen zudem unbedingt die Thüringer Gründerrichtlinie.

Beide Förderprogramme bieten eine Reihe von Vorteilen im Vergleich zur Förderung unternehmerischen Know-hows der BAFA. So fallen die Fördersätze zwar etwas geringer aus, dafür liegt Obergrenze der Zuschüsse deutlich höher, wie Sie der Übersicht entnehmen können. Die konkreten Konditionen für Ihren Bedarf können Sie mit Hilfe unseres Zuschussrechners ganz einfach online kalkulieren.

Möchten Sie mehr erfahren?

Das RKW begleitet kleine und mittlere Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung. Möchten Sie sich unverbindlich informieren? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Direkt zu unserem Kontaktformular.

Annika Kluge Beratungsreferentin

0361 551-4325
Annika Kluge

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