Sie sind als junges Unternehmen noch nicht länger als zwei Jahre am Markt tätig und haben Fragen zur Entwicklung Ihres Unternehmens und weiteren Ausrichtung Ihres Geschäftsmodells? Dann sind Sie hier genau richtig. Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ für junge Unternehmen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert bundesweit Beratungen junger Unternehmen und Start-ups zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Schwerpunkten der Unternehmensführung durch qualifizierte Berater:innen. Nachfolgend erhalten Sie Informationen zu Zielgruppe, Fördergegenstand und Konditionen des Förderprogramms. Darüber hinaus zeigen wir Ihnen alternative Förderprogramme auf.

Die BAFA Beratungsförderung für junge Unternehmen im Überblick

Um Ihre Unternehmensentwicklung weiter zu verbessern, ist es wichtig, regelmäßig an zentralen Fragestellungen der Unternehmensführung zu arbeiten. Um dies zu gewährleisten, nehmen viele Unternehmen eine entsprechende Unternehmensberatung in Anspruch, die in den meisten Fällen durch externe Experten erfolgt. Mit der BAFA Beratungsförderung für junge Unternehmen können Sie sich genau solche externen Unternehmensberatungen bezuschussen lassen. Nachfolgend erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Förderprogramm im Überblick:

BAFA junge Unternehmen
FördermittelgeberBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Geschäftsbereich des Bundesministeriums
Antragsberechtigte / Zielgruppe

junge Unternehmen (bis 2 Jahre am Markt), KMUs mit weniger als 250 Beschäftigten und einem maximalen Jahresumsatz von 50 Mio. Euro bzw. max. 42 Mio. Euro Bilanzsumme

Von der Förderung ausgenommen sind:

Unternehmen, die selbst überwiegend wirtschaftsberatend tätig sind.

Ärztinnen oder Ärzten, Zahnärztinnen oder Zahnärzten, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern

Unternehmen vor Gründung - Eine Alternative ist die Thüringer Gründerrichtlinie

Gegenstand der Förderungallgemeine Beratungen (zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung) + spezielle Beratungen
Förderkonditionen

Bemessungsgrundlage: max. 4.000 Euro

Fördersatz (neue Bundesländer ohne Region Berlin und Leipzig): 80 %

Zuschuss: max. 3.200 Euro

Laufzeit6 Monate
AlternativenThüringer Gründerrichtlinie (GFAW), Thüringer Beratungsrichtlinie (GFAW)

An wen richtet sich die Beratungsförderung?

Zielgruppe der Förderung unternehmerischen Know-hows sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit Sitz in Deutschland. Je nach Unternehmensalter oder -situation ist eines von drei Modulen relevant:

  • junge, Unternehmen bzw. Start-ups in den ersten 2 Jahre nach Gründung (Jungunternehmen)
  • Bestandsunternehmen ab dem dritten Jahr nach Gründung
  • Unternehmen in Schwierigkeiten (unabhängig vom
    Unternehmensalter)

Nachfolgend beziehen wir uns ausschließlich auf das Modul für junge Unternehmen. Gefördert werden hier Unternehmen und Start-ups in den ersten 2 Jahren nach Gründung. Als Gründungsdatum gilt der Tag der Gewerbeanmeldung bzw. das Datum der Eintragung in das Handelsregister. Im Falle von Freiberuflern wird die Anmeldung beim Finanzamt bzw. die Zuteilung einer Steuernummer als Datum für die Gründung festgesetzt. Der Sitz des Unternehmens muss in Deutschland liegen. Zusätzlich müssen die KMU-Definitionen der EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen eingehalten werden. Das bedeutet, max. 250 Mitarbeiter bei max. 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder max. 42 Mio. Euro Bilanzsumme.
Informationen zu den zwei alternativen Modulen finden Sie hier:

Fördergegenstand – Welche Beratungsschwerpunkte sind förderfähig?

Es gibt verschiedene Beratungsschwerpunkte, die im Rahmen der Förderung unternehmerischen Know-hows für junge Unternehmen förderfähig sind. Einen ersten Beratungsschwerpunkt stellen Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung dar. Weiterhin gibt es spezielle Beratungen. Dazu gehören Beratungen von Unternehmen, die:

  • von Frauen, Migrant*innen oder Unternehmer*innen mit anerkannter Behinderung geführt werden
  • zur besseren betrieblichen Integration von Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund beitragen
  • zur Arbeitsgestaltung für Mitarbeiter*innen mit Behinderung beitragen
  • zur Fachkräftegewinnung und -sicherung beitragen
  • zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen
  • zu einer altersgerechten Arbeitsgestaltung beitragen
  • zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz beitragen

Konditionen der Förderung

Die Konditionen des Förderprogramms orientieren sich zum einen an den maximal zuschussfähigen Beratungskosten, der sogenannten Bemessungsgrundlage und zum anderen am Standort des Unternehmens. Der nachfolgenden Tabelle können Sie die Konditionen für alte und neue Bundesländer sowie die Region Lüneburg entnehmen:

UnternehmensartBemessungsgrundlageRegionFördersatzMaximaler
Zuschuss

Bestandsunternehmen (ab dem
dritten Jahr nach der Gründung)

4.000 Euro

Neue Bundesländer

(ohne Berlin und ohne Region Leipzig)

80 %3.200 Euro
  Region
Lüneburg
60 %2.400 Euro
  Alte Bundesländer (ohne Region Lüneburg) mit Berlin und Region Leipzig50 %2.000 Euro

Beraterauswahl – Das gilt es zu beachten!

Die Beratungsförderung unternehmerischen Know-hows für junge Unternehmen kann ausschließlich durch selbstständige Berater:innen bzw. Beratungsunternehmen erfolgen, die über 50 % ihres Umsatzes aus ihrer Beratungstätigkeit erzielen. Zudem müssen sie über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen sowie einen Qualitätsnachweis erbringen, der die Planung, Überprüfung und Umsetzung der Arbeits- und Organisationsabläufe aufzeigt. Es muss eine richtlinienkonforme Durchführung durch die Berater:innen gewährleistet sein.

Die Berater:innen bzw. Beratungsunternehmen werden durch das Unternehmen mit Beratungsbedarf ausgewählt. Die Antragstellung erfolgt ebenfalls durch das Unternehmen. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie mehr zur Antragstellung und dem Ablauf des Förderprogramms.


Hinweise zur Beraterauswahl:

  • ausschließlich Beratungen durch Berater:innen/Beratungsunternehmen, die ihren überwiegenden Umsatz aus der Beratungstätigkeit erzielen, sind förderfähig
  • Beraterauswahl und Antragstellung erfolgen durch die zu beratenden Unternehmen

Ablauf der Beratungsförderung im Überblick

Haben Unternehmen mit Beratungsbedarf ein geeignetes Beratungsunternehmen gefunden, können Sie die Beratungsförderung beantragen. Anträge können dabei ausschließlich online über die Antragsplattform des BAFA gestellt werden. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist dabei immer das zu beratende Unternehmen. Bevor ein junges Unternehmen einen Antrag stellen darf,  müssen diese ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner über die Zuwendungsvoraussetzungen führen. Im Anschluss kann der Antrag online gestellt werden. Nach Eingang des Antrags prüfen die eingeschaltete Leitstelle und das BAFA die formalen Fördervoraussetzungen sowie das Vorliegen der notwendigen Beratereigenschaften im Sinne der Richtlinie der gewählten Berater:innen.

Anschließend wird das Unternehmen über das Ergebnis sowie die konkreten Förderbedingungen und Fristen informiert. Erst nach dieser unverbindlichen Inaussichtstellung der Förderung kann mit der Beratung begonnen werden. Als Beginn der Beratung zählt auch der Abschluss eines
Vertrages über die zu erbringende Maßnahme. Rückwirkende Förderungen sind ausgeschlossen. Der Verwendungsnachweis muss spätestens sechs Monate nach Erhalt des Informationsschreibens ebenfalls online über die Antragsplattform des BAFA eingereicht werden. Der Antragstellende muss zudem die Zahlung der Beratungskosten in gesamter Höhe nachweisen. Nach abschließender Prüfung der eingereichten Unterlagen durch das BAFA erfolgt die Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses.

Alternativen zur BAFA Beratungsförderung für Bestandsunternehmen in Thüringen

Bei der Förderung unternehmerischen Know-hows für Bestandsunternehmen der BAFA handelt es sich um ein bundesweites Förderprogramm. Für kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen gibt es darüber hinaus aber noch alternative Förderprogramme auf Landesebene, die wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten.

Ein solches alternatives Förderprogramm ist zum Beispiel die Thüringer Beratungsrichtlinie der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GFAW). Sie richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Thüringen, die eine Beratung durch selbstständige Unternehmensberater:innen beabsichtigen.Genauere Informationen zu Gegenstand, Voraussetzungen und Konditionen der Förderung erhalten Sie auf der Seite zur Thüringer Beratungsrichtlinie. Eine weitere Alternative zur Beratungsförderung des BAFA stellt die Thüringer Gründerrichtlinie dar. Sie richtet sich vor allem an jene Personen, die eine Existenzgründung oder eine Betriebsübernahme in Thüringen beabsichtigen. Zum Zeitpunkt der Gründung dürfen sie jedoch noch nicht wirtschaftlich tätig sein.

RKW Thüringen Zuschussrechner

Mithilfe des RKW Zuschussrechners berechnen Sie für die Thüringer Beratungsrichtlinie oder die Thüringer Gründerrichtlinie Ihre mögliche Förderung ganz einfach selbst. Geben Sie einfach Ihre benötigten Tagwerke und den veranschlagten Berater-Tagessatz ein und erhalten Sie schnell eine Auskunft über die Förderhöhe.

Zuschussrechner

Möchten Sie mehr erfahren?

Das RKW begleitet kleine und mittlere Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung. Möchten Sie sich unverbindlich informieren? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Direkt zu unserem Kontaktformular.

Annika Kluge Beratungsreferentin

0361 551-4325
Annika Kluge

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