Wer sich im Wettbewerb nachhaltig behaupten will, muss in Sachen Digitalisierung bestens aufgestellt sein. Die zunehmende Digitalisierung macht sich in nahezu allen Geschäftsbereichen bemerkbar und stellt daher gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk eine große Herausforderung dar. Genau hier setzt das Förderprogramm „go-digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) an. Das Programm fördert Beratungs- und Umsetzungsleistungen, die Unternehmen dabei helfen sollen, sich an die mit der Digitalisierung verbundenen Entwicklungen anzupassen und diese aktiv für sich zu nutzen. Nachfolgend erhalten Sie alle Informationen zum Förderprogramm. Darüber hinaus zeigen wir Ihnen auch alternative Fördermöglichkeiten auf.

Das Förderprogramm go-digital im Überblick

Mit dem Förderprogramm go-digital vom BMWi können Sie Zuschüsse für bestimmte Beratungs- und Umsetzungsleistungen durch autorisierte Beratungsunternehmen erhalten. Auf diese Weise sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, sich an die technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Online-Handel, die Digitalisierung des Geschäftsalltags und dem steigenden Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung anzupassen. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Eckpunkten zum Förderprogramm, bevor die go-digital im Detail betrachtet wird.

Förderprogramm „go-digital“

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Antragsberechtigte / Zielgruppe

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial (< 100 Mitarbeiter; max. 20 Mio. Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme des Vorjahres; Betriebsstätte/Niederlassung in DE; förderfähig nach De-minimis-Verordnung)

Gegenstand der Förderung

3 verschiedene Fördermodule: Digitalisierte Geschäftsprozesse, digitale Markterschließung & IT-Sicherheit

Förderkonditionen

Anzahl Beratertage: max. 30 Beratertage

Fördersatz: bis 50 %

Zuschuss: max. 550 Euro je Beratertag

Laufzeit

max. 6 Monate

Alternative Beratungsförderungen

Thüringer Beratungsrrichtlinie (GFAW)

An wen richtet sich die go-digital Förderung?

Die go-digital Förderung richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder des Handwerks, die ein technologisches Potenzial aufweisen. Dabei sind jedoch nur Unternehmen förderfähig, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses weniger als 100 Beschäftigte haben. Dazu zählen ebenfalls die Beschäftigten von möglichen Partnerunternehmen und verbundenen Unternehmen. Weiterhin darf der Vorjahresumsatz oder die Vorjahresbilanzsumme höchstens 20 Millionen € betragen. Die Betriebsstätte oder die Niederlassung muss sich in Deutschland befinden. Eine Förderfähigkeit des Unternehmens nach der De-minimis-Verordnung muss ebenfalls gegeben sein.

Das Programm go-digital fördert Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (KMU), die:

  • weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigen
  • einen Vorjahresumsatz bzw. eine Vorjahresbilanzsumme von maximal 20 Mio. Euro
  • förderfähig nach der De-minimis-Verordnung sind

Auch Start-ups können im Rahmen der go-Digital Förderung beraten werden. Und zwar dann, wenn bereits ein signifikanter Geschäftsbetrieb mit ausreichenden Umsätzen erkennbar ist.

Nicht antragsberechtigt oder förderfähig sind:

  • Unternehmen der Wirtschafts- und Unternehmensberatung, der Rechts- und Steuerberatung sowie der Weiterbildung u. ä.
  • Freie Berufe nach § 18 EStG
  • Gemeinnützige Unternehmen, Stiftungen und Vereine
  • Unternehmen des öffentlichen Rechts und Religionsgemeinschaften sowie deren Beteiligungen
  • Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur
  • Insolvente Unternehmen und Unternehmen in Schwierigkeiten (nach VO (EU) Nr. 651/2014)
  • Unternehmen, eine Autorisierung beantragt haben bzw. bereits autorisiert sind

Fördergegenstand – Welche Beratungen sind förderfähig?

Im Förderprogramm go-digital werden gezielte Beratungs- und Umsetzungsleistungen gefördert, sofern diese durch autorisierte Beratungsunternehmen erfolgen. Diese Leistungen folgen den Modulen „Digitale Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“, wobei immer ein Hauptmodul mit mindestens 51 % des Förderschwerpunktes gewählt werden muss. Darüber hinaus können zusätzliche Beratungsleistungen in einem oder beiden Nebenmodulen gefördert werden.

Modul „Digitale Geschäftsprozesse“

Das Modul „Digitalisierte Geschäftsprozesse“ deckt beispielsweise die Einführung von e-Business-Software-Lösungen für Gesamt- oder Teilprozesse in Unternehmen ab. Dazu zählt auch die möglichst sichere Abwicklung im Betrieb sowie mit Kunden und Geschäftspartnern. Folgende Beratungs- und Umsetzungsleistungen werden in Abhängigkeit vom Wissens-, Erfahrungs- und Umsetzungsstand gefördert:

  • Versand- und Retourenmanagement
  • Logistik
  • Lagerhaltung
  • Elektronische Zahlungsverfahren
  • etc.

Das Ziel des Moduls ist die umfassende Digitalisierung von Arbeitsabläufen im Unternehmen sowie die Etablierung sicherer elektronischer und mobiler Prozesse. 

Modul „Digitale Markterschließung“

Im Modul „Digitale Markterschließung“ werden Beratungen gefördert, die die vielfältigen Aspekte des Online-Marketings behandeln. Dazu gehören unter anderem folgende Inhalte:

  • Entwicklung einer auf das beratene Unternehmen zugeschnittenen Online-Marketing-Strategie
  • Aufbau von professionellen, rechtssicheren Internetpräsenzen und Web-Shops
  • Nutzung externer Auktions-, Verkaufs- oder Dienstleistungsplattformen, sowie auch Social-Media-Tools, Website-Monitoring und Content-Marketing
  • nachgeordnete Geschäftsprozesse von Online-Shops (z.B. Warenbereitstellung und Zahlungsverfahren)

Modul „IT-Sicherheit“

Mit dem Modul „IT-Sicherheit“ sollen wirtschaftliche Schäden vermieden und Risiken, denen Unternehmen aufgrund von Cyber-Kriminalität ausgesetzt sind, minimiert werden. Zudem sollen entsprechende Beratungen den eigenständigen Betrieb von grundlegenden IT-Sicherheitsmaßnahmen ermöglichen. Konkret sind dabei folgende Punkte förderfähig:

  • Risiko- bzw. Sicherheitsanalysen bestehender oder neu geplanter betrieblicher Infrastrukturen im Bereich IT und Telekommunikation
  • Maßnahmen zur Initiierung und Optimierung betrieblicher IT-Sicherheitsmanagementsysteme

Konditionen der Förderung

Beratungs- und Umsetzungsleistungen werden mit einem Fördersatz von 50 % und einem Beratertagessatz von bis zu 1.100 Euro gefördert. Als Begünstigter müssen Sie dabei nicht in Vorleistung gehen, sondern lediglich Ihren Eigenanteil an das Beratungsunternehmen zahlen. In jeder Beratung sind bis zu 30 Beratertage (mit jeweils 8 Stunden) förderfähig. Der Beratungszeitraum beträgt maximal sechs Monate.

  • Fördersatz: 50 %
  • Beratertagessatz: max. 1.100 Euro
  • Förderumfang: max. 20 Beratertage bei Förderungen mit einem Modul / bis zu 30 Beratertage bei Kombinationen aus Haupt- und Nebenmodul(en)

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, muss immer ein Hauptmodul bestimmt werden, das mindestens 51 % des Förderschwerpunkts ausmacht. Bis zu 20 Beratertage sind in diesem Hauptmodul zuschussfähig. Dies schließt bis zu vier Beratertage für eine Potenzialanalyse und Grobkonzeptionierung, bis zu sechs Beratertage für sachverständige Dritte in der Umsetzungsphase sowie zwei Beratertage für den Bereich IT-Sicherheit mit ein.

Wichtig! Werden als Hauptmodul die „Digitalen Geschäftsprozesse“ oder die „Digitale Markterschließung“ gewählt, so müssen zwingend zwei Beratertage „IT-Sicherheit“ durchgeführt werden. Die Durchführung kann dabei auch durch einen sachverständigen Dritten erfolgen.

Je nach Bedarf werden zusätzlich auch noch Beratungsleistungen in einem oder beiden Nebenmodulen gefördert. Der Förderumfang beträgt dabei bis zu 10 Beratertage. Die zusätzlichen Beratungsleistungen müssen in der Vorhabenbeschreibung aber eingeplant und im Verwendungsnachweis nachgewiesen werden. Der förderfähige Beratungsumfang beträgt bei solchen Kombinationen aus Haupt- und Nebenmodul(en) demnach bis zu 30 Beratertage.

Ablauf des Förderprogramms go-digital im Überblick

Zunächst müssen interessierte Unternehmen ein autorisiertes Beratungsunternehmen finden. Auf der Homepage zur go-Digital Förderung veröffentlicht das BMWi hierfür alle autorisierten Beratungsunternehmen inklusive den autorisierten Beratungsmodulen und Kontaktdaten. Interessierte Unternehmen können sich so alle autorisierten Beratungsunternehmen für ein gewünschtes Modul in Ihrer Nähe anzeigen lassen. Sobald ein geeignetes Beratungsunternehmen gefunden wurde, stimmen sich die Parteien über ein mögliches Förderprojekt ab. Soll die Projektförderung dann tatsächlich beantragt werden, werden in einem Beratungsvertrag die geplanten Inhalte und Konditionen (Anzahl Beratertage, Honorarleistung, Eigenanteil etc.) der Beratungs- bzw. Umsetzungsleistungen festgehalten. Der Beratungsvertrag wird dabei als Online-Formular bereitgestellt. Der Vertrag wird erst mit Erhalt des Zuwendungsbescheids wirksam und ist daher nicht als vorzeitiger Vorhabensbeginn zu werten.

Der Förderantrag wird anschließend durch das Beratungsunternehmen gestellt. Hierfür sind neben dem Beratungsvertrag auch eine De-minimis-Bescheinigung über vergangene Förderungen, eine KMU-Erklärung sowie ein aktueller Auszug aus dem Handelsregister (alternativ Gewerbeanmeldung) oder eine Mitteilung vom Finanzamt zur Steuernummer bei Einzelunternehmen einzureichen. Erst wenn der Zuwendungsbescheid ausgestellt wurde, kann mit der Beratungs- und Umsetzungsleistung begonnen werden. Hierfür wird im Zuwendungsbescheid ein konkretes Startdatum mitgeteilt. Nach Ablauf des Projektzeitraums (maximal 6 Monate) erstellt das Beratungsunternehmen eine Rechnung über die Eigenbeteiligung und den Verwendungsnachweis. Nach erfolgter Prüfung des Verwendungsnachweises erhält das Beratungsunternehmen den Zuschuss und das beratene Unternehmen eine De-minimis-Bescheinigung. Die Förderung gilt dann als abgeschlossen.

Alternativen zur go-digital Förderung in Thüringen

Das go-digital Programm des BMWi ist eine bundesweit geltende Richtlinie zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen, um sich digital etwas besser aufzustellen. Thüringer Unternehmen können im Rahmen der Thüringer Beratungsrichtlinie allerdings auf ein deutlich interessanteres Förderprogramm zugreifen. Es richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Thüringen, die eine Beratung durch selbstständige Unternehmensberater:innen beabsichtigen. Die Thüringer Beratungsrichtlinie fördert zudem unter gewissen Voraussetzungen auch angehörige der freien Berufe sowie gemeinnützige Unternehmen und Vereine. Alle Vorteile auf einen Blick:

  • komplett themenoffen, somit sind auch sehr ähnliche Projekte wie bei go-digital möglich
  • normale KMU Kriterien (max. 250 Mitarbeiter, max. 50 Mio. Euro Jahresumsatz bzw. 42 Mio. Euro Bilanzsumme)
  • keine Limitierung der Tagwerke
  • Zuschuss bis zu 50 % der entstandenen Honorarkosten, max. 450 Euro je Tagwerk
  • Förderservice durch das RKW Thüringen

Genauere Informationen zu Gegenstand, Voraussetzungen und Konditionen der Förderung erhalten Sie auf der Seite zur Thüringer Beratungsrichtlinie

Möchten Sie mehr erfahren?

Das RKW begleitet kleine und mittlere Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung. Möchten Sie sich unverbindlich informieren? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Direkt zu unserem Kontaktformular.

André Pesch Leiter Beratungsdienst

0361 551-4360
André Pesch

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