Die Voigt electronic GmbH aus Erfurt entwickelt und fertigt seit 35 Jahren elektronische Baugruppen für Unternehmen in ganz Deutschland. Das familiengeführte Unternehmen beschäftigt 37 Mitarbeitende und setzt dabei bewusst auf langfristige Beziehungen, sowohl zu Kundinnen und Kunden als auch zum eigenen Team. Doch wie wird das Unternehmen eigentlich von den eigenen Mitarbeitenden wahrgenommen? Genau diese Frage stellte sich Voigt electronic mit dem RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität. 

Herzstück des Prozesses war eine anonyme Befragung der Mitarbeitenden zu Themen wie Unternehmenskultur, Kommunikation, Führung und Arbeitsbedingungen. Die Ergebnisse wurden in einem ausführlichen Bericht aufbereitet und gemeinsam mit Annika Kluge vom RKW Thüringen ausgewertet. Die Voigt electronic erhielt durch die Befragung eine Bestätigung ihrer Arbeitgeberattraktivität und kann ihre Stärken nun mit dem RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität sichtbar nach außen kommunizieren. 

Wir haben mit Geschäftsführerin Sabine Voigt und der Prokuristin Eva-Maria Wenzel über ihre Erfahrungen mit dem RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität gesprochen.


Was hat Sie dazu bewegt, die eigene Arbeitgeberattraktivität einmal bewusst auf den Prüfstand zu stellen?

Eva-Maria Wenzel: Motiviert hat uns, dass wir wissen wollten: wie sehen uns unsere Mitarbeitenden? Was brauchen unsere Beschäftigten? Wo können wir vielleicht noch besser werden? Denn wir möchten natürlich ein attraktiver Arbeitgeber sein bzw. auch bleiben.

Sabine Voigt: Viele unserer Beschäftigten sind schon sehr lange bei uns und wir versuchen lebensphasenorientierte Angebote zu unterbreiten. Wichtig ist also der Abgleich: Passt das, was wir anbieten, überhaupt noch zu dem, was die Mitarbeitenden brauchen?

Eva-Maria Wenzel: Wir haben zuvor bereits an einem anderen Arbeitgebersiegel teilgenommen. Als dieses nicht mehr verfügbar war, wollten wir weiterhin ehrliches Feedback unserer Mitarbeitenden erhalten. Das RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität bot dafür eine passende Möglichkeit. Und natürlich wollen wir auch nach außen zeigen, dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind. Jemand hat mal zu mir gesagt: „Ihr macht so viel für die Beschäftigten. Wo sehe ich das denn?“ Da wurde uns klar, dass wir das auch mehr zeigen sollten. Nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.


Um das Gütesiegel zu erlangen, wurden alle Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen befragt. Wie verlief die Befragung?

Eva-Maria Wenzel: Das Feedback unserer Mitarbeitenden war positiv. Die Fragen im Fragebogen waren interessant und in 15 bis 20 Minuten konnte man alles gut beantworten. Über ein Token-System konnten wir sicherstellen, dass die Befragung anonym abläuft. Die Befragung konnten die Mitarbeitenden während der Arbeitszeit oder bequem von zu Hause aus beantworten.

 



Auf welche Bereiche im Unternehmen wollten Sie durch die Befragung besonders einen Blick werfen?

Sabine Voigt: Besonders wichtig waren für uns die Themen Arbeitsprozesse, Unternehmenskultur und Digitalisierung, also genau die Bereiche, die unseren Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit im Unternehmen stark prägen.


Warum ist Unternehmenskultur für Sie als Unternehmen so wichtig?

Sabine Voigt: Auf Unternehmenskultur legen wir ein großes Augenmerk und stecken viel Energie rein. Arbeiten auf Augenhöhe und flache Hierarchien spielen für uns eine große Rolle. Uns ist wichtig, dass sich Mitarbeitende mit dem Unternehmen identifizieren und Vertrauen die Grundlage der Zusammenarbeit bildet. Wir bieten flexible Arbeitszeiten und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir möchten nicht, dass wir uns nur einmal im Jahr zur Weihnachtsfeier sehen. Gemeinsame Frühstücke, Ausflüge oder Unternehmensläufe stärken bei uns den Zusammenhalt auch außerhalb des Arbeitsalltags.


Warum waren auch die Themen Arbeitsprozesse und Digitalisierung für Sie besonders relevant?

Sabine Voigt: Das Thema Arbeitsprozesse war für uns deshalb wichtig, weil viele Abläufe in unserem Unternehmen klar vorgegeben und zeitlich getaktet sind. Jeder Auftrag bringt unterschiedliche Anforderungen mit sich, die wir in unsere Prozesse einplanen und entsprechend priorisieren müssen. Dadurch entstehen manchmal auch kurzfristige Änderungen, die für die Mitarbeitenden herausfordernd sein können. 
Durch Digitalisierung können Informationen schneller und transparenter im Unternehmen weitergegeben werden. Die Befragung hat uns dabei gezeigt, wie unsere Mitarbeitenden die bestehenden Informations- und Kommunikationswege wahrnehmen. So konnten wir besser einschätzen, wo wir bereits gut aufgestellt sind und an welchen Stellen wir noch mehr Transparenz schaffen können.

 

Welche Erkenntnisse aus der Befragung waren für Sie besonders interessant?

Eva-Maria Wenzel: Die Ergebnisse waren überwiegend positiv für uns. Besonders gefreut hat uns die hohe Zustimmung der Mitarbeitenden: Bei einer Teilnahmequote von 75 Prozent wurde eine Zufriedenheit von über 81 Prozent erreicht. Gleichzeitig haben viele Rückmeldungen unseren bisherigen Eindruck bestätigt – insbesondere im Bereich Unternehmenskultur.

Sabine Voigt: Auch Verbesserungsideen konnten wir mitnehmen. In Bezug auf Arbeitsprozesse und Digitalisierung haben vor allem die Mitarbeitenden in der Produktion gesagt, dass sie wenig Möglichkeit haben, Prozesse mitzugestalten. Das ist jedoch nur schwer zu verändern, weil wir die Fertigstellung je nach Kundenwunsch takten und planen müssen. Aus der Befragung haben wir mitgenommen, dass wir die Mitarbeitenden stärker informieren müssen. Das klappt bereits dort gut, wo Bildschirme an den Arbeitsplätzen installiert wurden, sodass man einen visuellen Überblick über anstehende Aufgaben und Prioritäten hat. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war, dass sich unsere Mitarbeitenden mehr Feedbackgespräche wünschen. Mit den Verantwortlichen werden wir nun schauen, wie wir dafür mehr Ressourcen schaffen können. Das ist besonders wichtig, weil wir künftig weniger Fachkräfte erwarten und unsere Mitarbeitenden deshalb langfristig binden und weiterentwickeln möchten.


Welche weiteren Schritte sind nun nach dem Erhalt des Gütesiegels geplant?

Sabine Voigt: Vorgesehen ist, dass wir auf jeden Fall die Ergebnisse den Führungskräften präsentieren und in Ruhe darüber sprechen. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse der Auswertung der Führungskräfte allen Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt werden und transparent gemacht werden, welche Maßnahmen wir daraus ableiten werden und wie wir diese gemeinsam umsetzen können.

Eva-Maria Wenzel: Mit dem Gütesiegel wollen wir auch als attraktiver Arbeitgeber sichtbarer werden. In Zeiten des Personalmangels ist es wichtig, gesehen und wahrgenommen zu werden. Denn wir produzieren kein Endprodukt, das Verbraucherinnen und Verbraucher kennen. Deshalb ist unser Name nicht jedem bekannt.


Warum sollten andere Unternehmen am RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität teilnehmen?

Sabine Voigt: Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren davon, als Arbeitgeber sichtbarer zu werden. Das Gütesiegel hilft dabei, Vertrauen aufzubauen und potenzielle Bewerbende auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. So können auch kleinere Unternehmen im ländlichen Thüringer Raum sichtbarer werden. 
Gleichzeitig ist der Prozess gut umsetzbar und auch für kleinere Unternehmen machbar. Die Befragung ließ sich unkompliziert in den Arbeitsalltag integrieren und der Aufwand blieb überschaubar.

Eva-Maria Wenzel: Wir sind stolz darauf, nun mit dem Gütesiegel werben zu können und empfehlen anderen Unternehmen, sich ebenfalls mit ihrer Arbeitgeberattraktivität auseinanderzusetzen.


Für die Voigt electronic GmbH ist das RKW-Gütesiegel Arbeitgeberattraktivität nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Signal nach innen und außen: Gute Arbeitsbedingungen entstehen durch die gemeinsame Gestaltung mit den Mitarbeitenden.

 

Machen auch Sie Ihre Arbeitgeberattraktivität sichtbar.

Nutzen auch Sie die Chance, die Arbeitgeberattraktivität Ihres Unternehmens durch eine anonyme Mitarbeitendenbefragung zu analysieren und mit dem RKW-Gütesiegel nach außen sichtbar zu machen.

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