Auf der Jahreskonferenz von ThEx Zukunftswirtschaft , einem Projekt der RKW Thüringen GmbH, standen diesmal vor allem diejenigen im Mittelpunkt, die diese Frage jeden Tag ganz praktisch beantworten müssen: Unternehmerinnen und Unternehmer aus Thüringen. Vor mehr als 100 Gästen gaben sie Einblicke in ihren Unternehmensalltag, sprachen über Herausforderungen und darüber, welche Entscheidungen ihnen helfen, ihr Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen.

In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass Zukunftsfähigkeit nicht zwingend mit großen Strategien oder vollkommen neuen Geschäftsmodellen beginnt. Oft zeigt sie sich in ganz konkreten Entscheidungen. Darin, wie Unternehmen Verantwortung übernehmen, regionale Stärken nutzen, ihre Zusammenarbeit gestalten und auf Veränderungen reagieren.

Die Jahreskonferenz sollte deshalb Raum schaffen, Zukunftsfähigkeit gemeinsam zu diskutieren. Statt langer Vorträge standen kurze Impulse, eine Paneldiskussion, drei interaktive Sessions und vor allem der Austausch miteinander im Mittelpunkt.

Schon in der Kaffeepause bildeten sich Gesprächsgruppen, Kontakte wurden ausgetauscht und Gedanken aus der Paneldiskussion weitergeführt. Anschließend verteilten sich die Teilnehmenden auf drei Sessions, in denen es um Regionalität, Haltung und Zusammenarbeit ging.

Regionalität als Stärke

Thüringen ist für viele Unternehmen mehr als ein Standort. Regionale Netzwerke, Herkunft, kurze Wege, Verbundenheit und die eigene Unternehmensgeschichte können zu wichtigen Stärken werden. Sie können sich darauf auswirken, wie Unternehmen, ihre Produkte und ihre Attraktivität als Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Wie Unternehmen diese Verbundenheit mit ihrer Region leben, zeigten unter anderem Claudia Weidner von der Naturcamp Weidner GmbH aus Ilmenau und Matthias Wiegand von der Wiegand Manufactur Weimar. Die Erfahrungen der beiden Geschäftsführer machten deutlich, dass Regionalität nicht nur eine Frage der Herkunft ist. Sie kann Teil der Unternehmensidentität sein, Vertrauen schaffen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen. 

Weidner und Wiegand ermutigten in ihrer gemeinsamen Session andere Unternehmen, gute Geschichten zum Thema Thüringen zu erzählen. Denn hinter jedem Produkt steht eine Geschichte, die eng mit ihrer Herkunft und der Region verbunden ist. Dabei können Unternehmerinnen und Unternehmer in Thüringen ruhig etwas selbstbewusster sein und sollten sich nicht hinter großen Marken verstecken, merkten die beiden an. Ebenso wichtig sei es, gemeinsam zu agieren. Netzwerke spielen gerade für regionale Angebote und Produkte eine große Rolle, um ihre Bekanntheit zu steigern und Kooperationen weiter auszubauen.

Haltung sichtbar machen

Wofür steht ein Unternehmen – und woran ist das im Alltag erkennbar? Auch diese Frage spielte auf der Jahreskonferenz eine zentrale Rolle. Denn eine klare Haltung entfaltet vor allem dann Wirkung, wenn sie nicht nur formuliert, sondern in Entscheidungen und im täglichen Handeln sichtbar wird.

Wie das mit Blick auf die eigenen Mitarbeitenden aussehen kann, zeigte Sabine Voigt, Geschäftsführerin der Voigt electronic GmbH aus Erfurt. In einer interaktiven Session berichtete sie darüber, welche Bedeutung ein mitarbeiterzentrierter Ansatz für ihr Unternehmen hat, von der Gewinnung neuer Fachkräfte bis zur langfristigen Bindung der Mitarbeitenden.

Birgit Knabe vom Druckhaus BohnEtiketten GmbH aus Kirchheilingen zeigte wiederum, wie der Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen die Entwicklung und Wahrnehmung einer Marke prägen kann. Die Beispiele zeigen, dass Haltung in jedem Unternehmen anders aussehen kann. Wichtig ist vor allem, dass sie glaubwürdig ist und sich im täglichen Handeln wiederfindet.

Eine gelebte Unternehmenskultur wirkt dabei auch nach außen: Mitarbeitende, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren, können selbst zu glaubwürdigen Botschafterinnen und Botschaftern werden.

Zukunft entsteht gemeinsam

Ein Gedanke, der viele Beiträge des Nachmittags verband, war, dass Unternehmen Zukunft nicht allein gestalten. Mitarbeitende, Netzwerke, Kooperationen und der Austausch mit anderen Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wie Zusammenarbeit im Unternehmensalltag konkret gestaltet werden kann, vertiefte Marcus Hellmund von der MAXX SOLAR & ENERGIE GmbH & Co. KG. Im Mittelpunkt seiner Session stand unter anderem die Frage, wie die individuellen Fähigkeiten von Mitarbeitenden erkannt, sinnvoll eingebunden und in der Zusammenarbeit berücksichtigt werden können. 

Was bleibt?

Bereits die Paneldiskussion „Thüringen als Zukunftsstandort“ zeigte, dass die Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg in Thüringen unterschiedlich bewertet werden. Dabei wurden Stärken des Standorts ebenso deutlich wie Herausforderungen, vor denen Unternehmen stehen.

Als Stärken Thüringens wurden unter anderem die zentrale Lage in Deutschland, die Forschungslandschaft, kurze Wege und gut funktionierende Netzwerke genannt. Auch die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für Gründungen und Unternehmen, darunter die Angebote des Thüringer Zentrums für Existenzgründung und Unternehmertum, wurden im Austausch mehrfach erwähnt. 

Gleichzeitig kamen Herausforderungen des stationären Handels, gestiegene Kosten und zunehmende regulatorische Anforderungen zur Sprache. Was brauchen also Unternehmen, damit sie in Thüringen auch in Zukunft erfolgreich arbeiten, wachsen und sich weiterentwickeln können?

Eine einfache Antwort darauf gab es an diesem Nachmittag nicht. Die Beispiele aus der Praxis zeigten vielmehr, wie unterschiedlich Unternehmen ihren eigenen Weg gestalten.

Wie Unternehmen sich für die Zukunft aufstellen, kann ganz unterschiedlich aussehen: durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, eine starke Unternehmenskultur, eine glaubwürdige Haltung oder die Bereitschaft, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.

Zum Abschluss brachte Projektleiterin Kerstin Altgassen noch einmal auf den Punkt, was die Jahreskonferenz erreichen sollte: Wenn die Teilnehmenden mit Motivation, einem Lächeln, einem neuen Kontakt und Inspiration für das eigene Tun ab morgen nach Hause gehen, sei viel erreicht.

Mit ThEx Zukunftswirtschaft unterstützt die RKW Thüringen GmbH kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen kostenfrei dabei, sich zukunftsorientiert aufzustellen. Mit Angeboten wie dem Nachhaltigkeits-Check, der WissensQualifizierung „Von der Idee zum Nachhaltigkeitskonzept“, Mentoring und Veranstaltungen schafft das Projekt Orientierung, vermittelt Wissen und bringt Unternehmen miteinander ins Gespräch. Das Programm wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus. Projektträger ist die RKW Thüringen GmbH.

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